Blitzer-Marathon

Wieder einmal gab es heute den Blitzer-Marathon in ganz Deutschland – bei uns in Bayern dauert er noch eine Woche an. Eine groß angelegte Aktion, um an vielen gefährlichen Stellen durch durchaus auffällige Messungen darauf hinzuarbeiten, dass Autofahrer die Geschwindigkeitsbeschränkungen auch einhalten.

Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich das grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte. Denn es geht um die Sicherheit, auch anderer Menschen. Es geht darum, Unfälle zu vermeiden, Menschen vor Leiden oder sogar dem Tod zu bewahren. Das finde ich jede Anstrengung wert.

„Abzocke“ schreien manche. Ehrlich gesagt: Das finde ich geradezu unverschämt. Wer das Leben und die Gesundheit anderer durch rücksichtslose oder unvorsichtige Fahrweise gefährdet, der hat auch die Konsequenzen daraus zu tragen. Tut mir Leid, Leute. Ich habe schon Verkehrstote beerdigen „dürfen“. Ich habe dafür kein Verständnis.

Natürlich kommt es auch mal vor, dass man eine Geschwindigkeitsbeschränkung einfach übersieht. Und es gibt Stellen, an denen man sie einfach nicht einsieht. Auch mir passiert das. Aber dann muss ich eben auch akzeptieren, wenn ich dafür bestraft werde. Abzocke? Nein: Gedankenlosigkeit und Unverantwortlichkeit derer, die so tönen.

Was ich mir wünsche, wäre eine Gesellschaft, in der alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. In der es uncool ist, zu rasen, und cool, vorsichtig und angepasst zu fahren.

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Kommentare

Ja, die Blitzer sind Abzocke,

Ja, die Blitzer sind Abzocke, weil sie den Täter nicht mit der Konsequenz seines Handelns zusammenbringen sondern einen ganz billigen Ausweg anbieten.Oder führt so ein Blitzerfoto etwa wirklich zu besserem Fahrverhalten? Wohl kaum - wer weiß denn noch, was ihn vor 3 Wochen geritten hat in der Tempo 30-Zone mit 50 zu fahren. Also wird bezahlt und zur nächsten Umfahrung des Berufsverkehrs eben wieder die Anliegerstraße genutzt. Es bleibt: das Geld in der Staatskasse.Viel sinnvoller finde ich das, was in manchen Städten zu Schuljahresbeginn läuft: Lasermessung und dann Konfrontation mit Schülern. Live, in der aktuellen Situation. Sich gegenüber einem betroffenen Rechtfertigen können und müssen. Sich nicht einfach freikaufen können.Das sollte auch an den Unfallschwerpunkten passieren: Einfach mal die Leute rausholen und mit einem Opfer (oder auch Täter) konfrontieren. Erklären lassen wie man sich fühlt, wenn man wegen ein paar Sekunden Zeitersparnis für ein neues Kreuz am Straßenrand gesorgt hat. Wie es ist, OPs und Reha hinter sich zu haben weil jemand man seine ganzen Pferdestärken ausreizen wollte. Was man als Rettungsarzt so ansehen muss, wenn jemand die Autobahnabfahrt statt mit Tempo 50 lieber mit 120 fahren wollte.Wem das nicht zur Besserung hilft, dem ist auch mit Geldstrafen nicht beizukommen.Dummerweise kostet sowas Geld und Aufwand - während ein Blitzer Geld einbringt und überall einsetzbar ist. Auch dort, wo 160 Stunden pro Woche 100 km/h erlaubt sind und nur mal  zwischendurch die 80er Schilder aufgeklappt werden. Diese unsinnigen "So sind aber die Regeln"-Aktionen behindern ganz massiv die Lernfähigkeit, weil man noch eine billige Ausrede anbietet. "Vielleicht war es ja so eine Stelle, wo man eigentlich schneller Fahren darf..."Sinnlos ist so ein Blitzermarathon deswegen aber trotzdem nicht. 

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