Kuschelchaos Blog

E-Autos in der aktuellen Diskussion

Derzeit erlebe ich, dass gerade über Elektroautos und ihre vermeintliche oder tatsächliche Umweltfreundlichkeit sehr heftig diskutiert wird. Dabei stoße ich immer wieder auf die gleichen "Argumente", die aus meiner Sicht ziemlich konstruiert und zum Nachteil des E-Autos hingebogen wurden. Daher sammle ich hier ein paar Gedanken, die ich in letzter Zeit immer wieder brauchte.
(wird noch erweitert)

1. Das E-Auto braucht schon zur Herstellung so viel Energie, dass es die Umwelt mehr belastet als ihr nutzt! Kurzfassung

Ja: Ein Akku braucht für die Herstellung viel Energie. Jedes Auto belastet die Umwelt. Ein kleines weniger als ein großes. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, einen Tesla mit einem, sagen wir mal, mit einem Smart (Benziner) zu vergleichen. Die Behauptung "ein E-Auto müsste 8 Jahre fahren, um die Ökobilanz auszugleichen" stimmt so nicht, siehe Link.

Links

https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/elektroauto-akkus-so-entstand-...

mehr dazu

So ein Akku kann sehr klein sein. Der E-Go Live hat eine Reichweite von 100km, super für ein Stadtauto. In einem Tesla können Akkus verbaut sein, die das Vielfache davon an Kapazität und Gewicht haben und natürlich auch entsprechend mehr Energie für die Herstellung brauchen.
Welchen Akku nimmt man nun als Basis für die Berechnung? Den kleinsten? Den größten? Einen Mittelwert, und wenn ja, den arithmetischen oder die tatsächliche durchschnittliche Kapazität aller bisher gebauten Autos? Der letzten zwei Jahren oder seit immer (früher waren die Akkus natürlich kleiner)?

Und dann: Was für eine Stromerzeugung wird verwendet? Nehmen wir den Energiemix von Deutschland auch für Tesla in den USA her? Oder gar, wie oft von Gegnern des E-Autos, den deutschen Energiemix von 2013, als wir noch deutlich weniger Ökostrom hatten? Oder rechnen wir mit Teslas Angaben, die sagen, sie verwenden ausschließlich Ökostrom? Wie ist das mit Akkus, die in China hergestellt werden, welche Umweltbelastung entsteht dort durch den Stromverbrauch bei der Herstellung?

Der Wert, der immer wieder kursiert mit 17 Tonnen CO2 für einen einzigen Akku ist jedenfalls nach meinem Verständnis der für einen richtig großen Tesla-Akku ohne Ökostrom. Das ist also ein Wert, der zumindest nach Teslas Angaben falsch ist.

Noch was zu den acht Jahren, die ein E-Auto angeblich fahren müsste: Diese Zahl stammt aus Schweden, wo man auch alle Hybridfahrzeuge zu den Verbrennern zählt. Das senkt natürlich den Durchschnittsverbrauch der Verbrenner. Aber selbst dann ist die Zahl so nicht korrekt, siehe verlinkten Artikel.

2. Schaut euch die Lithium-Gewinnung in Chile an! Millionen Liter Wasser werden da verbraucht! Kurzfassung

Der Salar de Atacama ist eben kein Trinkwasser, sondern eine Salzlake. Es mag dort nicht schön aussehen - aber im Vergleich zu Ölbohrfeldern und den durch havarierte Öltanker verursachten Verschmutzungen und Ölpests ist das relativ harmlos. Lithium wird dort schon seit Jahrzehnten abgebaut - wir brauchen es für fast alle elektronischen Geräte. Bisher hat der Abbau dort niemanden interessiert, obwohl das wichtig wäre. Im übrigen gibt es auch andere Lithium-Vorkommen auf der Welt. Dazu kommt: Während das meiste Lithium nach Verbrauch weggeworfen wird, kann es aus den Akkus wiedergewonnen und neu verwendet werden. Dazu kommt, dass die Akkuforschung mehr und mehr wegkommt von Lithium zu anderen Materialien, deren Gewinnung weniger umweltbelastend ist.

Links

https://energiewende-rocken.org/prof-lesch-die-atatcama-wueste-und-das-z...

mehr dazu 3. Der Auspuff von deinem E-Auto ist doch nur woanders, nämlich in den Braunkohlekraftwerken! Kurzfassung

Klar - wenn man mit dem deutschen Strommix von 2013 rechnet, wie viele Gegner das tun, ist das E-Auto nicht so wahnsinnig umweltfreundlich. Immerhin entlastet es dann trotzdem die Städte von Abgasen ("lokal emissionsfrei"). Allerdings tankt die weitaus größte Mehrheit der E-Auto-Besitzer wo immer möglich Ökostrom, der überhaupt keine Abgase produziert.

Links

https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-oekostrom-anbieter/

mehr dazu

Schon der Strommix von 2018 mit knapp 40% Ökostromanteil bedeutet eine deutliche Verbesserung der Ökobilanz eines E-Autos. Aber selbst das ist viel zu pessimistisch gerechnet, denn die weitaus größte Zahl der E-Auto-Besitzer fährt natürlich mit Ökostrom, wo immer es geht. Dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus.

Dann kommt noch die Sache mit der Umweltbelastung durch den "getankten" Strom für die Fahrt. Auch da rechnen viele Gegner mit dem deutschen Strommix von 2013 und "übersehen" (absichtlich? So sieht es für mich jedenfalls aus), dass zum einen die meisten E-Auto-Besitzer zu Hause Ökostrom tanken und zum anderen auch der deutsche Strommix eben deutlich umweltfreundlicher geworden ist. An die 40% Öko-Anteil.

Aber auch Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wenn der Stromanbieter nur aus seinem Strommix den Ökstrom-Anteil aus alten, längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken herausrechnet und dafür den übrigen Kunden halt "schmutzigeren" Strom verkauft, ist gar nichts gewonnen. Daher die Empfehlung, nur Stromlieferanten zu nehmen, die ausschließlich Ökostrom produzieren und dafür auch in neue Kraftwerke investieren. Siehe dazu der Link zu Utopia.

4. Ökostrom schön und gut, aber ich sehe es den Elektronen doch nicht an, wie sie produziert wurden! Kurzfassung

Das stimmt. Die Produktion des tatsächlich genutzten Stroms kann ich nicht beeinflussen. Aber ich kann beeinflussen, wer die von mir genutzte Strommenge wieder nachproduzieren soll.

Links

https://www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom/der-stromsee.html 

mehr dazu

Oft wird dazu das Beispiel vom "Stromsee" verwendet, siehe auch der Link oben. Alle Anbieter leiten ihren Strom in diesen "See". Ich zapfe meinen Strom aus dem See ab, und diese Menge muss "nachgefüllt" werden. Mit der Wahl meines Stromanbieters kann ich also nicht darüber entscheiden, wie der tatsächliche Strommix aussieht, der bei mir aus der Steckdose kommt. Aber ich kann darüber entscheiden, wer wieder Strom in den "Stromsee" nachfüllt. 

5. Der Akku ist doch Sondermüll! Kurzfassung

Nö. Recycling funktioniert schon heute.

Links

https://www.electrive.net/2019/01/16/mythos-sondermuell-batterie-recycli...

mehr dazu

Erst einmal bekommen Auto-Akkus, wenn ihre Kapazität nachlässt, oft ein "zweites Leben" als Stromspeicher in Häusern oder sonstwo. Denn dafür reicht es noch. Wenn dann wirklich Ende ist: Der allergrößte Teil der Akkus kann heute schon recycelt werden. Hier fehlt es noch an der politischen Unterstützung, das auszubauen. 

6. ! Kurzfassung Links mehr dazu Lizenz: 

Von Windows 8 auf Windows 10: Eine unendliche Geschichte …

Ja, ich bin ein sogenannter „Early Adopter“. Ich will immer die neueste Version, manchmal auch die Betaversion. Ich habe lange Jahre für die Computerzeitschriften amigaOS und AMIGAplus Artikel geschrieben, unfertige Software und neue Hardware getestet. Geht nicht gibt’s bei mir nicht, irgendwie finde ich schon eine Lösung. Doch ein einfaches Upgrade meines Dienst-Laptops von Windows 8 auf Windows 10 hat mich an die Grenzen meiner Möglichkeiten gebracht:

Windows 8 auf Windows 8.1

Das automatische Upgrade auf Windows 10 wird nur unter Windows 8.1 angeboten, nicht unter Windows 8. Leider hatte das Upgrade auf Windows 8.1 auf diesem PC nie funktioniert, aber das war mir nicht ganz so wichtig gewesen. Im Lauf von zwei Jahren hatte ich nun wirklich alles ausprobiert: Upgrade-Cache löschen, diverse Reparaturoptionen, alle Treiber aktualisiert, von denen ich aktuellere Versionen finden konnte und und und. Alles ohne Erfolg: Jedes Mal nach zwei, drei Stunden Installations-Download kam beim ersten Start nach der Installation ein „Bluescreen“ ohne hilfreiche Meldung und anschließend „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt.“ Das habe ich im Lauf der Zeit mindestens zwanzig Mal probiert, mit unterschiedlichen Optionen.

Härtere Bandagen

Schließlich verzichtete ich darauf, meine Programminstallationen und so weiter mit zu übernehmen. Wozu gibt es die Funktion „Windows auffrischen“ oder so ähnlich? Also beherzt ans Werk. Und was sagt Windows? „Es fehlen Dateien, die Funktion ist nicht möglich“.
Nun also ein DVD-Abbild von Windows 8 heruntergeladen und komplett neu installiert. Dann Upgrade auf 8.1 angestoßen. Geht nicht. „Bitte erst Upgrades für Windows 8 installieren“ – 151 Stück. Super. Dann wieder: Upgrade auf Windows 8.1. Spannung, Trommelwirbel: „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt“. Gnaaah! Zur Sicherheit das Ganze nochmal wiederholt, inklusive 151 Updates sowie etwa 20 Treiberupdates – gleiches Ergebnis.

Mit einem Key für Windows 8 kann man nur Windows 8 installieren, nicht Windows 8.1 Aber es gibt auch einen Trick, wie es doch geht. http://www.pcwelt.de/tipps/Setup-DVD_fuer_Windows_8.1_herunterladen-Wind... Eigentlich ganz einfach: Mit dem Download-Tool für Windows 8 den Download der Installationsdateien beginnen (dabei muss man den Windows-Key eingeben), dann abbrechen und das gleiche mit dem Download-Tool für Windows 8.1 beginnen. Dieses Tool merkt dann: Es lieft schon ein Download, und lädt problemlos 8.1 herunter. Leider wird man bei der Installation nochmal nach dem Windows-Key gefragt. Aber wozu gibt es „generic keys“, die zwar die Installation von Windows, aber nicht dessen Aktivierung ermöglichen? Also generic key eingegeben, installiert und nachher bei der Aktivierung wieder den eigentlichen Key eingegeben. Eigentlich ganz einfach.

Jetzt aber: Windows 10!

Gleich bei der Installation von 8.1 – bzw. nach deren Abschluss – bot Windows mir das Upgrade auf Windows 10 an. Na, jetzt sollte es aber doch gehen! Also wieder ein paar Stunden gewartet … Trommelwirbel … „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt“. Übrigens mit der gleichen, nicht sonderlich spezifischen Fehlernummer (0xc1900101-0x20017), die ich jetzt schon so oft gesehen hatte.

Nächste Stufe

Man kann auch eine Windows 10 Installations-DVD herunterladen. Gesagt, getan und DVD gebrannt. Erst mal draufkommen, dass bei der Installation zwar ein Schlüssel abgefragt wird, man diesen Punkt aber auch überspringen kann. Nun, Installation läuft an, läuft und läuft … und bleibt bei 3 Prozent hängen. Stundenlang. Ausgeschaltet, nochmal probiert. Diesmal immerhin bei 4%. Ausgeschaltet, nochmal probiert. 3%.

Die ISO-Datei für die Windows-10-DVD liegt auf der Festplatte dieses Laptops, der jetzt gerade kein funktionierendes Betriebssystem hat. Also erst einmal die uralte BartPE-CD von heise herausgekramt, auf der ein lauffähiges Windows (XP? Keine Ahnung.) von CD drauf ist, um die ISO-Datei auf eine externe Festplatte zu ziehen und sie dann auf dem privaten Computer zu brennen. Ich hätte auch von CD lauffähige Linuxe da, aber das war die erste CD, die ich gefunden habe. Warum auch immer: Die Datei ist nicht mehr da. Also auf dem privaten Computer nochmal Windows 10 heruntergeladen und DVD gebrannt. Ob es diesmal funktioniert? Ob die Aktivierung überhaupt klappt?

Nun kommt zum ersten Mal im Klartext, was ich die ganze Zeit schon vermutet hatte: Ein Treiber für irgend eine Hardware fehlt. Leider sagt mir die Installationsroutine nicht, für welche. Immer wieder und immer noch der gleiche Mist: Ich soll einen Treiber suchen, aber ich weiß nicht, welchen. Erster Versuch: Die alten Installations-CDs für Windows Vista (!) einlegen, vielleicht ist was dabei, womit sich Windows 10 auch zufrieden gibt. OK – das wäre ja auch zu einfach gewesen.

Auf dem anderen Laptop die CD einlegen, alle selbstentpackenden Archive von .exe in .zip umbenennen, entpacken, auf externe Festplatte ziehen und das Installationsprogramm nochmal suchen lassen. Wie gut, dass ich DirectoryOpus habe, damit ist die ganze Umbenennerei und Entpackerei ein Kinderspiel.

Ach ja: Die Windows Vista-Installations-CD hat natürlich irgendwie einen kleinen Schaden und kann nicht mehr richtig eingelesen werden.

Gut – mit allen irgendwie gefundenen Treibern auf einer externen Festplatte scheint das Installationsprogramm zufrieden zu sein. Jetzt kam zur Abwechslung: „Die Microsoft-Lizenzbedingungen wurden nicht gefunden“. Auch mal was neues. Wahrscheinlich war ich einfach nicht da, als ich die Lizenzbedingungen abnicken sollte, und es wurde dem Installationsprogramm zu langweilig. Beim nächsten Versuch lief es wieder durch, und zwar – tadaa! Komplett!

Leider, leider geht es so nicht. Um Windows 10 mit einem Installations-Code von Windows 8 verwenden zu können, muss Windows 10 als Update eingespielt werden. Dabei wird diese Version von Windows 10 mit dieser Hardware verbunden. Also wieder zurück, Windows 8.1 installieren, so wie oben beschrieben. Diesmal verwende ich das schon lange eingerichtete Windows Live-Konto und werde zur Überprüfung erst einmal aufgefordert, einen per SMS zu empfangenden Code einzugeben. Ratet mal, wer zu Hause keinen Handy-Empfang hat …
OK, per Mail soll es auch funktionieren. Nur kommt die Mail ewig nicht. Nun, es geht auch ohne eine „Sicherheitsüberprüfung“.

Unter Windows 8.1 das Upgrade auf Windows 10 angestoßen, ein paar Stunden gewartet und … juhu! „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt.“

An diesem Punkt bin ich erst einmal drei Wochen in Urlaub gefahren.

Anschließend dachte ich, es sei im Augenblick gar kein Betriebssystem installiert und war dann recht erstaunt, dass mich ein Windows begrüßte, dessen Version ich erst einmal herausfinden musste. Ja, es war 8.1.

Also nochmal von DVD probiert, natürlich mit dem üblichen Ergebnis. Nochmal alle Updates für 8.1 installiert und wieder von DVD, das gleiche. Dann zur Abwechslung mal wieder in den Gerätemanager geschaut und festgestellt: Ein Bluetooth-Modul vermisst seinen Treiber. Den gesucht, gefunden, neuer Versuch. Wieder kein Erfolg.

Jetzt wird gebastelt!

Irgendwie scheinen bei Dell das Bluetooth- und das WLAN-Modul zusammenzuhängen. Ob es vielleicht nur ein Modul ist, auch wenn auf der Hardware ausschließlich WLAN draufsteht? Ein weiteres Modul ist jedenfalls nicht zugänglich, also baue ich kurzerhand das aus, auf das ich Zugriff habe, und beschaffe dem PC erst mal eine kabelgebundene Internetverbindung statt WLAN. Trommelwirbel … „Wir haben Ihre alte Windows-Version wiederhergestellt.“

Nun ja, wo wir schon mal dabei sind, deaktiviere ich halt noch ein paar unnütze Geräte im Gerätemanager und probiere es nochmal aus. Nutzt nix.

In diesem Beitrag http://www.borncity.com/blog/2013/11/01/windows-8-1-upgrade-error-0xc190... finde ich schließlich den Hinweis, dass es (beim Upgrade von Windows 8 auf 8.1, aber was soll's) oft Probleme gibt, wenn zwei Festplatten im System sind, insbesondere wenn die System-Platte eine SSD ist, auf die der Inhalt der ursprünglichen Windows-Partition geklont wurde. Und dass es reicht, die zweite Festplatte für die Installation abzuklemmen. Genau meine Konfiguration. Nun ja, nichts leichter als das. Wird gleich probiert. Von DVD wieder mal die Installation gestartet. Was soll ich sagen? „Wir haben Ihre alte Windows-Version wiederhergestellt.“

Gut, das hat auch nichts geholfen. Wie wäre es mit einer Installation im abgesicherten Modus? Geht auch nicht, natürlich. Bringt mich aber auf eine weitere Idee:

Jetzt noch BIOS!

Ich deaktiviere im BIOS alle, wirklich alle Features. Lasse die Installation laufen. Und – voilá! Windows 10 ist installiert! Jetzt alle Features wieder aktivieren, neu starten, gebannt auf den Bildschirm starren … irgendwas von „Boot device not found“. Immerhin mal was Neues. Während ich was anderes tue, startet Windows einfach ein paar Mal neu und fragt mich dann, ob es sich selbst reparieren soll. Aber gerne doch! Also noch ein, zwei Neustarts – und auf einmal läuft alles!
Beim Wiederanschließen von WLAN-Modul und zweiter Festplatte gab es erstaunlicherweise keinerlei Probleme. Jetzt „nur noch“ die Laufwerksbuchstaben wieder anpassen, alle Programme wieder installieren und in zwei, drei Tagen bin ich wieder einsatzbereit.

Ehrlich gesagt: So wichtig ist ja das Upgrade auf Windows 10 auch nicht. Aber so was packt mich einfach an der Ehre. Und es hat ja schließlich doch noch geklappt. :-)

Lizenz: 

Von Windows 8 auf Windows 10: Eine unendliche Geschichte …

Ja, ich bin ein sogenannter „Early Adopter“. Ich will immer die neueste Version, manchmal auch die Betaversion. Ich habe lange Jahre für die Computerzeitschriften amigaOS und AMIGAplus Artikel geschrieben, unfertige Software und neue Hardware getestet. Geht nicht gibt’s bei mir nicht, irgendwie finde ich schon eine Lösung. Doch ein einfaches Upgrade meines Dienst-Laptops von Windows 8 auf Windows 10 hat mich an die Grenzen meiner Möglichkeiten gebracht:

Windows 8 auf Windows 8.1

Das automatische Upgrade auf Windows 10 wird nur unter Windows 8.1 angeboten, nicht unter Windows 8. Leider hatte das Upgrade auf Windows 8.1 auf diesem PC nie funktioniert, aber das war mir nicht ganz so wichtig gewesen. Im Lauf von zwei Jahren hatte ich nun wirklich alles ausprobiert: Upgrade-Cache löschen, diverse Reparaturoptionen, alle Treiber aktualisiert, von denen ich aktuellere Versionen finden konnte und und und. Alles ohne Erfolg: Jedes Mal nach zwei, drei Stunden Installations-Download kam beim ersten Start nach der Installation ein „Bluescreen“ ohne hilfreiche Meldung und anschließend „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt.“ Das habe ich im Lauf der Zeit mindestens zwanzig Mal probiert, mit unterschiedlichen Optionen.

Härtere Bandagen

Schließlich verzichtete ich darauf, meine Programminstallationen und so weiter mit zu übernehmen. Wozu gibt es die Funktion „Windows auffrischen“ oder so ähnlich? Also beherzt ans Werk. Und was sagt Windows? „Es fehlen Dateien, die Funktion ist nicht möglich“.
Nun also ein DVD-Abbild von Windows 8 heruntergeladen und komplett neu installiert. Dann Upgrade auf 8.1 angestoßen. Geht nicht. „Bitte erst Upgrades für Windows 8 installieren“ – 151 Stück. Super. Dann wieder: Upgrade auf Windows 8.1. Spannung, Trommelwirbel: „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt“. Gnaaah! Zur Sicherheit das Ganze nochmal wiederholt, inklusive 151 Updates sowie etwa 20 Treiberupdates – gleiches Ergebnis.

Mit einem Key für Windows 8 kann man nur Windows 8 installieren, nicht Windows 8.1 Aber es gibt auch einen Trick, wie es doch geht. http://www.pcwelt.de/tipps/Setup-DVD_fuer_Windows_8.1_herunterladen-Wind... Eigentlich ganz einfach: Mit dem Download-Tool für Windows 8 den Download der Installationsdateien beginnen (dabei muss man den Windows-Key eingeben), dann abbrechen und das gleiche mit dem Download-Tool für Windows 8.1 beginnen. Dieses Tool merkt dann: Es lieft schon ein Download, und lädt problemlos 8.1 herunter. Leider wird man bei der Installation nochmal nach dem Windows-Key gefragt. Aber wozu gibt es „generic keys“, die zwar die Installation von Windows, aber nicht dessen Aktivierung ermöglichen? Also generic key eingegeben, installiert und nachher bei der Aktivierung wieder den eigentlichen Key eingegeben. Eigentlich ganz einfach.

Jetzt aber: Windows 10!

Gleich bei der Installation von 8.1 – bzw. nach deren Abschluss – bot Windows mir das Upgrade auf Windows 10 an. Na, jetzt sollte es aber doch gehen! Also wieder ein paar Stunden gewartet … Trommelwirbel … „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt“. Übrigens mit der gleichen, nicht sonderlich spezifischen Fehlernummer (0xc1900101-0x20017), die ich jetzt schon so oft gesehen hatte.

Nächste Stufe

Man kann auch eine Windows 10 Installations-DVD herunterladen. Gesagt, getan und DVD gebrannt. Erst mal draufkommen, dass bei der Installation zwar ein Schlüssel abgefragt wird, man diesen Punkt aber auch überspringen kann. Nun, Installation läuft an, läuft und läuft … und bleibt bei 3 Prozent hängen. Stundenlang. Ausgeschaltet, nochmal probiert. Diesmal immerhin bei 4%. Ausgeschaltet, nochmal probiert. 3%.

Die ISO-Datei für die Windows-10-DVD liegt auf der Festplatte dieses Laptops, der jetzt gerade kein funktionierendes Betriebssystem hat. Also erst einmal die uralte BartPE-CD von heise herausgekramt, auf der ein lauffähiges Windows (XP? Keine Ahnung.) von CD drauf ist, um die ISO-Datei auf eine externe Festplatte zu ziehen und sie dann auf dem privaten Computer zu brennen. Ich hätte auch von CD lauffähige Linuxe da, aber das war die erste CD, die ich gefunden habe. Warum auch immer: Die Datei ist nicht mehr da. Also auf dem privaten Computer nochmal Windows 10 heruntergeladen und DVD gebrannt. Ob es diesmal funktioniert? Ob die Aktivierung überhaupt klappt?

Nun kommt zum ersten Mal im Klartext, was ich die ganze Zeit schon vermutet hatte: Ein Treiber für irgend eine Hardware fehlt. Leider sagt mir die Installationsroutine nicht, für welche. Immer wieder und immer noch der gleiche Mist: Ich soll einen Treiber suchen, aber ich weiß nicht, welchen. Erster Versuch: Die alten Installations-CDs für Windows Vista (!) einlegen, vielleicht ist was dabei, womit sich Windows 10 auch zufrieden gibt. OK – das wäre ja auch zu einfach gewesen.

Auf dem anderen Laptop die CD einlegen, alle selbstentpackenden Archive von .exe in .zip umbenennen, entpacken, auf externe Festplatte ziehen und das Installationsprogramm nochmal suchen lassen. Wie gut, dass ich DirectoryOpus habe, damit ist die ganze Umbenennerei und Entpackerei ein Kinderspiel.

Ach ja: Die Windows Vista-Installations-CD hat natürlich irgendwie einen kleinen Schaden und kann nicht mehr richtig eingelesen werden.

Gut – mit allen irgendwie gefundenen Treibern auf einer externen Festplatte scheint das Installationsprogramm zufrieden zu sein. Jetzt kam zur Abwechslung: „Die Microsoft-Lizenzbedingungen wurden nicht gefunden“. Auch mal was neues. Wahrscheinlich war ich einfach nicht da, als ich die Lizenzbedingungen abnicken sollte, und es wurde dem Installationsprogramm zu langweilig. Beim nächsten Versuch lief es wieder durch, und zwar – tadaa! Komplett!

Leider, leider geht es so nicht. Um Windows 10 mit einem Installations-Code von Windows 8 verwenden zu können, muss Windows 10 als Update eingespielt werden. Dabei wird diese Version von Windows 10 mit dieser Hardware verbunden. Also wieder zurück, Windows 8.1 installieren, so wie oben beschrieben. Diesmal verwende ich das schon lange eingerichtete Windows Live-Konto und werde zur Überprüfung erst einmal aufgefordert, einen per SMS zu empfangenden Code einzugeben. Ratet mal, wer zu Hause keinen Handy-Empfang hat …
OK, per Mail soll es auch funktionieren. Nur kommt die Mail ewig nicht. Nun, es geht auch ohne eine „Sicherheitsüberprüfung“.

Unter Windows 8.1 das Upgrade auf Windows 10 angestoßen, ein paar Stunden gewartet und … juhu! „Wir haben Ihre alte Windows-Installation wiederhergestellt.“

An diesem Punkt bin ich erst einmal drei Wochen in Urlaub gefahren.

Anschließend dachte ich, es sei im Augenblick gar kein Betriebssystem installiert und war dann recht erstaunt, dass mich ein Windows begrüßte, dessen Version ich erst einmal herausfinden musste. Ja, es war 8.1.

Also nochmal von DVD probiert, natürlich mit dem üblichen Ergebnis. Nochmal alle Updates für 8.1 installiert und wieder von DVD, das gleiche. Dann zur Abwechslung mal wieder in den Gerätemanager geschaut und festgestellt: Ein Bluetooth-Modul vermisst seinen Treiber. Den gesucht, gefunden, neuer Versuch. Wieder kein Erfolg.

Jetzt wird gebastelt!

Irgendwie scheinen bei Dell das Bluetooth- und das WLAN-Modul zusammenzuhängen. Ob es vielleicht nur ein Modul ist, auch wenn auf der Hardware ausschließlich WLAN draufsteht? Ein weiteres Modul ist jedenfalls nicht zugänglich, also baue ich kurzerhand das aus, auf das ich Zugriff habe, und beschaffe dem PC erst mal eine kabelgebundene Internetverbindung statt WLAN. Trommelwirbel … „Wir haben Ihre alte Windows-Version wiederhergestellt.“

Nun ja, wo wir schon mal dabei sind, deaktiviere ich halt noch ein paar unnütze Geräte im Gerätemanager und probiere es nochmal aus. Nutzt nix.

In diesem Beitrag http://www.borncity.com/blog/2013/11/01/windows-8-1-upgrade-error-0xc190... finde ich schließlich den Hinweis, dass es (beim Upgrade von Windows 8 auf 8.1, aber was soll's) oft Probleme gibt, wenn zwei Festplatten im System sind, insbesondere wenn die System-Platte eine SSD ist, auf die der Inhalt der ursprünglichen Windows-Partition geklont wurde. Und dass es reicht, die zweite Festplatte für die Installation abzuklemmen. Genau meine Konfiguration. Nun ja, nichts leichter als das. Wird gleich probiert. Von DVD wieder mal die Installation gestartet. Was soll ich sagen? „Wir haben Ihre alte Windows-Version wiederhergestellt.“

Gut, das hat auch nichts geholfen. Wie wäre es mit einer Installation im abgesicherten Modus? Geht auch nicht, natürlich. Bringt mich aber auf eine weitere Idee:

Jetzt noch BIOS!

Ich deaktiviere im BIOS alle, wirklich alle Features. Lasse die Installation laufen. Und – voilá! Windows 10 ist installiert! Jetzt alle Features wieder aktivieren, neu starten, gebannt auf den Bildschirm starren … irgendwas von „Boot device not found“. Immerhin mal was Neues. Während ich was anderes tue, startet Windows einfach ein paar Mal neu und fragt mich dann, ob es sich selbst reparieren soll. Aber gerne doch! Also noch ein, zwei Neustarts – und auf einmal läuft alles!
Beim Wiederanschließen von WLAN-Modul und zweiter Festplatte gab es erstaunlicherweise keinerlei Probleme. Jetzt „nur noch“ die Laufwerksbuchstaben wieder anpassen, alle Programme wieder installieren und in zwei, drei Tagen bin ich wieder einsatzbereit.

Ehrlich gesagt: So wichtig ist ja das Upgrade auf Windows 10 auch nicht. Aber so was packt mich einfach an der Ehre. Und es hat ja schließlich doch noch geklappt. :-)

Lizenz: 

Blitzer-Marathon

Wieder einmal gab es heute den Blitzer-Marathon in ganz Deutschland – bei uns in Bayern dauert er noch eine Woche an. Eine groß angelegte Aktion, um an vielen gefährlichen Stellen durch durchaus auffällige Messungen darauf hinzuarbeiten, dass Autofahrer die Geschwindigkeitsbeschränkungen auch einhalten.

Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich das grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte. Denn es geht um die Sicherheit, auch anderer Menschen. Es geht darum, Unfälle zu vermeiden, Menschen vor Leiden oder sogar dem Tod zu bewahren. Das finde ich jede Anstrengung wert.

„Abzocke“ schreien manche. Ehrlich gesagt: Das finde ich geradezu unverschämt. Wer das Leben und die Gesundheit anderer durch rücksichtslose oder unvorsichtige Fahrweise gefährdet, der hat auch die Konsequenzen daraus zu tragen. Tut mir Leid, Leute. Ich habe schon Verkehrstote beerdigen „dürfen“. Ich habe dafür kein Verständnis.

Natürlich kommt es auch mal vor, dass man eine Geschwindigkeitsbeschränkung einfach übersieht. Und es gibt Stellen, an denen man sie einfach nicht einsieht. Auch mir passiert das. Aber dann muss ich eben auch akzeptieren, wenn ich dafür bestraft werde. Abzocke? Nein: Gedankenlosigkeit und Unverantwortlichkeit derer, die so tönen.

Was ich mir wünsche, wäre eine Gesellschaft, in der alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. In der es uncool ist, zu rasen, und cool, vorsichtig und angepasst zu fahren.

Lizenz: 

Blitzer-Marathon

Wieder einmal gab es heute den Blitzer-Marathon in ganz Deutschcland – bei uns in Bayern dauert er noch eine Woche an. Eine groß angelegte Aktion, um an vielen gefährlichen Stellen durch durchaus auffällige Messungen darauf hinzuarbeiten, dass Autofahrer die Geschwindigkeitsbeschränkungen auch einhalten.

Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich das grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte. Denn es geht um die Sicherheit, auch anderer Menschen. Es geht darum, Unfälle zu vermeiden, Menschen vor Leiden oder sogar dem Tod zu bewahren. Das finde ich jede Anstrengung wert.

„Abzocke“ schreien manche. Ehrlich gesagt: Das finde ich geradezu unverschämt. Wer das Leben und die Gesundheit anderer durch rücksichtslose oder unvorsichtige Fahrweise gefährdet, der hat auch die Konsequenzen dafür zu tragen. Tut mir Leid, Leute. Ich habe schon Verkehrstote beerdigen „dürfen“. Ich habe dafür kein Verständnis.

Natürlich kommt es auch mal vor, dass man eine Geschwindigkeitsbeschränkung einfach übersieht. Und es gibt Stellen, an denen man sie einfach nicht einsieht. Auch mir passiert das. Aber dann muss ich eben auch akzeptieren, wenn ich dafür bestraft werde. Abzocke? Nein: Gedankenlosigkeit und Unverantwortlichkeit derer, die so tönen.

Was ich mir wünsche, wäre eine Gesellschaft, in der alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. In der es uncool ist, zu rasen, und cool, vorsichtig und angepasst zu fahren.

Lizenz: 

Kuscheldiät

(Fast) jedes Jahr in der Fastenzeit habe ich seit einigen Jahren ein ehrgeiziges Ziel: Von Aschermittwoch bis Ostersonntagmorgen 10 Kilogramm abnehmen! Und das Ganze nur, weil ich dann sozusagen wieder "Luft" habe, um den Rest des Jahres unbeschwert essen zu können - bis zum nächsten Aschermittwoch habe ich das dann locker wieder drauf.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich das schaffe, hier meine Antwort:

  • Weniger essen. Das heißt: Kein Frühstück - na ja, vielleicht mal ein, zwei Scheiben Wurst naschen. Beim Mittagessen so viel, dass ich satt bin (wenn ich zu wenig esse, nasche ich hinterher einfach zu viel.). Kein Abendessen oder nur eine winzige Kleinigkeit. Dafür abends oft viel Saft trinken.
  • Zu trinken nur Wasser und Saft. OK, und natürlich Kaffee und ab und zu Tee. Ein Gläschen Wein darf es ab und zu am Abend auch mal sein, aber ohne dazu was zu knabbern.
  • Das Ganze soll auch nicht zu verbissen sein: Wie gesagt, keine generellen Verbote. Ich habe sogar mal ein bisschen Schokolade zwischendurch genascht. Und dann ist natürlich auch mein Geburtstag mittendrin in der Fastenzeit - an diesem Tag nehme ich deutlich wieder zu.
  • Sehr wichtig ist für mich, dass ich jeden Morgen nach dem Aufstehen mein Gewicht in eine App eintrage. (Ich benutze Simple Weight Recorder für Android). Das weckt meinen Ehrgeiz, wirklich jeden Morgen weniger zu wiegen als am Morgen davor.
  • Nicht frustriert sein, wenn das Gewicht mal plötzlich nach oben geht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es solche Wellenbewegungen gibt. Auf lange Sicht gleicht sich das aus, dafür gibt es auch "Ausreißer" nach unten.

Ob das wirklich so eine gesunde Methode ist, weiß ich nicht. Daher möchte ich sie auch niemandem empfehlen. Aber ihr wolltet ja unbedingt wissen, wie ich das mache.

Lizenz: 

Kuscheldiät

(Fast) jedes Jahr in der Fastenzeit habe ich seit einigen Jahren ein ehrgeiziges Ziel: Von Aschermittwoch bis Ostersonntagmorgen 10 Kilogramm abnehmen! Und das Ganze nur, weil ich dann sozusagen wieder "Luft" habe, um den Rest des Jahres unbeschwert essen zu können - bis zum nächsten Aschermittwoch habe ich das dann locker wieder drauf.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich das schaffe, hier meine Antwort:

  • Weniger essen. Das heißt: Kein Frühstück - na ja, vielleicht mal ein, zwei Scheiben Wurst naschen. Beim Mittagessen so viel, dass ich satt bin (wenn ich zu wenig esse, nasche ich hinterher einfach zu viel.). Kein Abendessen oder nur eine winzige Kleinigkeit. Dafür abends oft viel Saft trinken.
  • Zu trinken nur Wasser und Saft. OK, und natürlich Kaffee und ab und zu Tee. Ein Gläschen Wein darf es ab und zu am Abend auch mal sein, aber ohne dazu was zu knabbern.
  • Das Ganze soll auch nicht zu verbissen sein: Wie gesagt, keine generellen Verbote. Ich habe sogar mal ein bisschen Schokolade zwischendurch genascht. Und dann ist natürlich auch mein Geburtstag mittendrin in der Fastenzeit - an diesem Tag nehme ich deutlich wieder zu.
  • Sehr wichtig ist für mich, dass ich jeden Morgen nach dem Aufstehen mein Gewicht in eine App eintrage. (Ich benutze Simple Weight Recorder für Android). Das weckt meinen Ehrgeiz, wirklich jeden Morgen weniger zu wiegen als am Morgen davor.
  • Nicht frustriert sein, wenn das Gewicht mal plötzlich nach oben geht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es solche Wellenbewegungen gibt. Auf lange Sicht gleicht sich das aus, dafür gibt es auch "Ausreißer" nach unten.

Ob das wirklich so eine gesunde Methode ist, weiß ich nicht. Daher möchte ich sie auch niemandem empfehlen. Aber ihr wolltet ja unbedingt wissen, wie ich das mache.

Tempolimit - ja bitte!

Ich liebe Holland (ja ja, die Niederlande, aber ich sag jetzt mal Holland). Das hat sehr viele Gründe, und nein, die Sache mit den Drogen gehört nicht dazu.

Ein Grund von vielen ist, wie die Holländer mit dem Verkehr umgehen. Das geht bei der selbstverständlichen Nutzung des Fahhrads los – bei Ikea Groningen kann man sich sogar Lastenfahrräder für seine Einkäufe ausleihen. Den öffentlichen Nahverkehr nutze ich leider selten, denn normalerweise sind wir in Holland eher mit dem Auto unterwegs, so als Urlaubsfamilie mit Campingausrüstung ist die Bahn einfach unpraktisch. Was ich höre, soll der ÖPNV sehr gut ausgebaut sein – Verspätungen gibt es natürlich trotzdem, die lassen sich bei keinem Verkehrsmittel vermeiden.

Aber auch mit dem Auto fahre ich in Holland viel lieber als in Deutschland. Sicherheit steht hier nach meinem Empfinden an erster Stelle. Und zwar Sicherheit für Fußgänger – und das bedeutet auch Lebensqualität im Ort! Hier wird halt nicht nur einfach ein Schild „30 km/h“ aufgestellt, sondern durch diverse bauliche Veränderungen dafür gesorgt, dass man auch wirklich nicht viel schneller fahren kann. „Drempels“ (diese Huppel auf der Straße), Fahrbahnverengungen, Markierungen für Fahrräder und Fußgänger – alles das beruhigt den Verkehr und sorgt nach meinem Empfinden für mehr Rücksichtnahme.

Dazu: Regelmäßige Angaben, wie schnell man gerade fahren darf. Kampagnen für sicheres Autofahren („Bob blijft fris“). Deutlich sichtbare „Blitzer“. Landstraßen mit einer Spur je Fahrtrichtung, die durch einen Grünstreifen in der Mitte das Überholen unmöglich machen. Und und und. Ja, man kann das auch als Gängelung empfinden. Ich finde es angenehm und, um dieses Modewort zu verwenden, entschleunigend.

Und dann die Autobahnen: Früher war die Grenze bei 120 km/h. Einmal Gas geben, Tempomat rein, fertig. Halbwegs entspannt ankommen, kein solches Gehetze und Gedrängel wie in Deutschland. Meines Wissens ist nachgewiesen, dass dadurch weniger tödliche Unfälle geschehen, ganz abgesehen vom Benzinverbrauch.

Gleichzeitig gibt es große Autobahnen, die wirklich großzügig ausgebaut sind. Ein Beispiel: Der neue Randweg Eindhoven, an dem mehrere Jahre gebaut wurde. Wenn ich mich recht erinnere, eine dreispurig ausgebaute Autobahn für den Durchgangsverkehr fast ohne Ausfahrten, daneben eine zweispurige „Nahverkehrsautobahn“ für die, die irgendwo in die Stadt abbiegen wollen. Wo wir schon dabei sind, gleich noch die Eisenbahnstrecke daneben gebaut, fertig.

Als wir Pfingsten 2013 wieder mal in Holland waren, war die Höchstgeschwindigkeit generell auf 130 km/h angehoben. Vermutlich kann dadurch jemand, der von einem Ende dieses kleinen Landes zum anderen will, auf der ganzen Strecke 10 Minuten sparen oder so, na ja.

Ich hätte es nicht gedacht, aber: Schon diese kleine Änderung hat das Fahren auf der Autobahn ein ganzes Stück stressiger gemacht. Gefühlt wird mehr gedrängelt. Schade eigentlich – für ein paar Minuten Zeitgewinn.

Ja, ich würde mich über ein Tempolimit in Deutschland freuen. Ich glaube kaum, dass es hier durchsetzbar ist. Warum? Sind wir so anders? Gehetzter, ungeduldiger? Ich bin mir nicht sicher. Aber: Im Gegensatz zu den meisten Menschen in Deutschland „durfte“ ich schon Verkehrstote beerdigen. Es gibt Schöneres in meinem Beruf, wirklich. Wenn es nur einen einzigen Toten im Jahr verhindert, bin ich dafür. Ich bin für sanfteres, rücksichtsvolleres Autofahren. Langsamer und entspannter. In Deutschland gelingt mir das auch nicht immer. Wenn ich's eilig habe, fahre ich auch mal 150. Vielleicht würde ich einfach etwas früher losfahren, wenn ich wüsste: Das geht nicht. Und dann entspannter ankommen.

Nachtrag:

Unser Lieblings-Freizeitpark De Efteling, der natürlich, wen wundert's, in Holland liegt, hat gerade gestern auf Facebook das hier gepostet. Eine ganz andere, niederländische Sichtweise auf diese Dinge:

Wir werden immer wieder über unsere Kontaktemailadresse gefragt, ob es den stimmt, dass Bußgelder in den Niederlanden höher sind als in Deutschland. Ja, sie sind viel höher. Bevor jetzt eine "Boah, Wegelagerer" oder "Abzocke" Diskussion beginnt, eine kleine Anmerkung: Leider kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Verkehrsteilnehmer sich an den Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme auf der Straße hält, darum müssen Vergehen gegen die Regeln sanktioniert werden. Wer in den Niederlanden Auto fährt, genießt sicherlich die Autobahnfahrt ohne Gedrängel, irrwitzige Überholmanöver oder viel zu schnelle Autofahrer, die sich und andere gefährden. Da der Schmerz in der Geldbörse groß ist, verhalten sich niederländische Autofahrer viel defensiver auf der Straße.

Nachtrag 2

Kurz gegoogelt und bei der FAZ gefunden: Großbritannien (28 Verkehrstote je eine Million Einwohner), Schweden (31), Dänemark (32) und die Niederlande (33) sind die sichersten Länder in Europa, was die Zahl der Verkehrstoten angeht. Deutschland liegt auf Platz 8 (44).

Jeden Tag sterben in Europa 75 Menschen im Straßenverkehr. JEDEN TAG. 

Lizenz: 

Tempolimit - ja bitte!

Ich liebe Holland (ja ja, die Niederlande, aber ich sag jetzt mal Holland). Das hat sehr viele Gründe, und nein, die Sache mit den Drogen gehört nicht dazu.

Ein Grund von vielen ist, wie die Holländer mit dem Verkehr umgehen. Das geht bei der selbstverständlichen Nutzung des Fahhrads los – bei Ikea Groningen kann man sich sogar Lastenfahrräder für seine Einkäufe ausleihen. Den öffentlichen Nahverkehr nutze ich leider selten, denn normalerweise sind wir in Holland eher mit dem Auto unterwegs, so als Urlaubsfamilie mit Campingausrüstung ist die Bahn einfach unpraktisch. Was ich höre, soll der ÖPNV sehr gut ausgebaut sein – Verspätungen gibt es natürlich trotzdem, die lassen sich bei keinem Verkehrsmittel vermeiden.

Aber auch mit dem Auto fahre ich in Holland viel lieber als in Deutschland. Sicherheit steht hier nach meinem Empfinden an erster Stelle. Und zwar Sicherheit für Fußgänger – und das bedeutet auch Lebensqualität im Ort! Hier wird halt nicht nur einfach ein Schild „30 km/h“ aufgestellt, sondern durch diverse bauliche Veränderungen dafür gesorgt, dass man auch wirklich nicht viel schneller fahren kann. „Drempels“ (diese Huppel auf der Straße), Fahrbahnverengungen, Markierungen für Fahrräder und Fußgänger – alles das beruhigt den Verkehr und sorgt nach meinem Empfinden für mehr Rücksichtnahme.

Dazu: Regelmäßige Angaben, wie schnell man gerade fahren darf. Kampagnen für sicheres Autofahren („Bob blijft fris“). Deutlich sichtbare „Blitzer“. Landstraßen mit einer Spur je Fahrtrichtung, die durch einen Grünstreifen in der Mitte das Überholen unmöglich machen. Und und und. Ja, man kann das auch als Gängelung empfinden. Ich finde es angenehm und, um dieses Modewort zu verwenden, entschleunigend.

Und dann die Autobahnen: Früher war die Grenze bei 120 km/h. Einmal Gas geben, Tempomat rein, fertig. Halbwegs entspannt ankommen, kein solches Gehetze und Gedrängel wie in Deutschland. Meines Wissens ist nachgewiesen, dass dadurch weniger tödliche Unfälle geschehen, ganz abgesehen vom Benzinverbrauch.

Gleichzeitig gibt es große Autobahnen, die wirklich großzügig ausgebaut sind. Ein Beispiel: Der neue Randweg Eindhoven, an dem mehrere Jahre gebaut wurde. Wenn ich mich recht erinnere, eine dreispurig ausgebaute Autobahn für den Durchgangsverkehr fast ohne Ausfahrten, daneben eine zweispurige „Nahverkehrsautobahn“ für die, die irgendwo in die Stadt abbiegen wollen. Wo wir schon dabei sind, gleich noch die Eisenbahnstrecke daneben gebaut, fertig.

Als wir Pfingsten 2013 wieder mal in Holland waren, war die Höchstgeschwindigkeit generell auf 130 km/h angehoben. Vermutlich kann dadurch jemand, der von einem Ende dieses kleinen Landes zum anderen will, auf der ganzen Strecke 10 Minuten sparen oder so, na ja.

Ich hätte es nicht gedacht, aber: Schon diese kleine Änderung hat das Fahren auf der Autobahn ein ganzes Stück stressiger gemacht. Gefühlt wird mehr gedrängelt. Schade eigentlich – für ein paar Minuten Zeitgewinn.

Ja, ich würde mich über ein Tempolimit in Deutschland freuen. Ich glaube kaum, dass es hier durchsetzbar ist. Warum? Sind wir so anders? Gehetzter, ungeduldiger? Ich bin mir nicht sicher. Aber: Im Gegensatz zu den meisten Menschen in Deutschland „durfte“ ich schon Verkehrstote beerdigen. Es gibt Schöneres in meinem Beruf, wirklich. Wenn es nur einen einzigen Toten im Jahr verhindert, bin ich dafür. Ich bin für sanfteres, rücksichtsvolleres Autofahren. Langsamer und entspannter. In Deutschland gelingt mir das auch nicht immer. Wenn ich's eilig habe, fahre ich auch mal 150. Vielleicht würde ich einfach etwas früher losfahren, wenn ich wüsste: Das geht nicht. Und dann entspannter ankommen.

Nachtrag:

Unser Lieblings-Freizeitpark De Efteling, der natürlich, wen wundert's, in Holland liegt, hat gerade gestern auf Facebook das hier gepostet. Eine ganz andere, niederländische Sichtweise auf diese Dinge:

Wir werden immer wieder über unsere Kontaktemailadresse gefragt, ob es den stimmt, dass Bußgelder in den Niederlanden höher sind als in Deutschland. Ja, sie sind viel höher. Bevor jetzt eine "Boah, Wegelagerer" oder "Abzocke" Diskussion beginnt, eine kleine Anmerkung: Leider kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Verkehrsteilnehmer sich an den Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme auf der Straße hält, darum müssen Vergehen gegen die Regeln sanktioniert werden. Wer in den Niederlanden Auto fährt, genießt sicherlich die Autobahnfahrt ohne Gedrängel, irrwitzige Überholmanöver oder viel zu schnelle Autofahrer, die sich und andere gefährden. Da der Schmerz in der Geldbörse groß ist, verhalten sich niederländische Autofahrer viel defensiver auf der Straße.

Wie ich einmal eine Gesangsstunde mit drei Wörtern völlig torpedierte

Einige Zeit hatte ich privat Gesangsunterricht. Ehrlich gesagt, ich weiß überhaupt nicht mehr, wie die Dame hieß. Es war wohl kurz nach meinem Abitur. Einmal in der Woche fuhr ich da hin, es hat wirklich Spaß gemacht - auch wenn ich meine Gesangsstimme nach wie vor nicht für besonders toll halte.

Einmal, noch beim Einsingen, sagte meine Lehrerin etwas wie "Ich möchte jetzt ein richtig schönes, offenes O hören!"

Meine Antwort:

Ottos Mops kotzt.

Meine Gesangslehrerin hatte einen derartigen Lachanfall, dass an Unterricht in dieser Stunde nicht mehr zu denken war.

Und das nur wegen Ernst Jandl.

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Wie ich einmal eine Gesangsstunde mit drei Wörtern völlig torpedierte

Einige Zeit hatte ich privat Gesangsunterricht. Ehrlich gesagt, ich weiß überhaupt nicht mehr, wie die Dame hieß. Es war wohl kurz nach meinem Abitur. Einmal in der Woche fuhr ich da hin, es hat wirklich Spaß gemacht - auch wenn ich meine Gesangsstimme nach wie vor nicht für besonders toll halte.

Einmal, noch beim Einsingen, sagte meine Lehrerin etwas wie "Ich möchte jetzt ein richtig schönes, offenes O hören!"

Meine Antwort:

Ottos Mops kotzt.

Meine Gesangslehrerin hatte einen derartigen Lachanfall, dass an Unterricht in dieser Stunde nicht mehr zu denken war.

Und das nur wegen Ernst Jandl.

Gottesdienstmappen mit und ohne Technik

Auf Facebook entspinnt sich gerade eine ziemliche Diskussion um das Für und Wider von Tablets als Gottesdienst-"Mappe". Mit meinem Kindle habe ich in den letzten eineinhalb Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier mal mein alter Gottesdienst-Hefter mit einem der letzten papierbasierten Gottesdienste drin (Weihnachten 2011), mein Kindle und das neue Nexus 10 (der eingeblendete Gottesdienstverlauf ist noch nicht auf die Nexus-10-Maße angepasst, sondern einfach fürs Foto das PDF vom kleineren Kindle übernommen)

Was meint ihr dazu?

 

 

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Gottesdienstmappen mit und ohne Technik

Auf Facebook entspinnt sich gerade eine ziemliche Diskussion um das Für und Wider von Tablets als Gottesdienst-"Mappe". Mit meinem Kindle habe ich in den letzten eineinhalb Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier mal mein alter Gottesdienst-Hefter mit einem der letzten papierbasierten Gottesdienste drin (Weihnachten 2011), mein Kindle und das neue Nexus 10 (der eingeblendete Gottesdienstverlauf ist noch nicht auf die Nexus-10-Maße angepasst, sondern einfach fürs Foto das PDF vom kleineren Kindle übernommen)

Was meint ihr dazu?

 

 

Machen Chips süchtig?

Ungefähr 1986. Die Gemeindeakademie Rummelsberg hatte ehrenamtliche Mitarbeitende zu einer "Mitarbeiter-Uni" eingeladen. Ein Wochenende hochkarätige Vorträge zu allen möglichen Themen. Lieder selber schreiben mit meinem (damals wie heute) Lieblings-Liedermacher Gerhard Schöne. Und: Ein Vortrag vom damals schon für seine "himmlischen Bilderbögen" und seine Karikaturen bekannten Pfarrer Werner "Tiki" Küstenmacher, heute Herausgeber diverser Simplify-Traktate über komplizierte Wege zur Lebensvereinfachung.

Sein Vortrag drehte sich um dieses neue Dings namens Computer (1986!!). Und die möglicherweise damit verbundenen Gefahren. Titel: "Machen Chips süchtig?" Damals sicher ein neues, bahnbrechendes Thema, seiner Zeit voraus.

Unsere Antwort war eindeutig: JA! Zum Beweis besorgten wir uns rechtzeitig vor dem Vortrag etliche Tüten Kartoffelchips, die wir dann andächtig knusperten, während wir den Worten Küstenmachers lauschten. Der war nicht so wirklich amused. Aber uns hat's Spaß gemacht.

An den Inhalt des Vortrags kann ich mich übrigens beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Armer Tiki.

 

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Machen Chips süchtig?

Ungefähr 1986. Die Gemeindeakademie Rummelsberg hatte ehrenamtliche Mitarbeitende zu einer "Mitarbeiter-Uni" eingeladen. Ein Wochenende hochkarätige Vorträge zu allen möglichen Themen. Lieder selber schreiben mit meinem (damals wie heute) Lieblings-Liedermacher Gerhard Schöne. Und: Ein Vortrag vom damals schon für seine "himmlischen Bilderbögen" und seine Karikaturen bekannten Pfarrer Werner "Tiki" Küstenmacher, heute Herausgeber diverser Simplify-Traktate über komplizierte Wege zur Lebensvereinfachung.

Sein Vortrag drehte sich um dieses neue Dings namens Computer (1986!!). Und die möglicherweise damit verbundenen Gefahren. Titel: "Machen Chips süchtig?" Damals sicher ein neues, bahnbrechendes Thema, seiner Zeit voraus.

Unsere Antwort war eindeutig: JA! Zum Beweis besorgten wir uns rechtzeitig vor dem Vortrag etliche Tüten Kartoffelchips, die wir dann andächtig knusperten, während wir den Worten Küstenmachers lauschten. Der war nicht so wirklich amused. Aber uns hat's Spaß gemacht.

An den Inhalt des Vortrags kann ich mich übrigens beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Armer Tiki.

 

Kuschelig leben

Die @textzicke ist Schuld an diesem Text. Die hat so was Ähnliches geschrieben, ein paar andere haben es auch getan – und ich fand es sehr berührend. Was nun folgt, ist eigentlich gar nicht unbedingt für euch, sondern eher für mich selbst. Aber ich lasse euch gerne daran teilhaben. Mein Leben – in etwas mehr als den üblichen 140 Zeichen:

Mein Name ist Heiko Kuschel. Als Kind fand ich diesen Nachnamen gar nicht so toll, weil andere darüber lachten. Heute stelle ich mich vor mit „Kuschel. Wie der Bär.“ und habe die Lacher schon mal auf meiner Seite. Überhaupt lache ich gern, viel und laut. Auch in ernsthaften Sitzungen. Ich suche immer Alternativen zu dem, was alle denken: Mit dem Strom schwimmen ist leicht, aber langweilig. Mein häufigster Satz ist „Ich mache niemals Quatsch“, aber das Schöne an diesem Satz ist, dass er völliger Quatsch ist. Meine zweitälteste Tochter sagt immer, ich hätte Clown werden sollen. Darauf antworte ich: Klaun ist doch verboten. Dann schlägt sie mich.

Ich bin jetzt 18 Jahre verheiratet (mit immer noch der gleichen Frau) und habe vor, da noch etliche dranzuhängen. Kinder zu haben, ist für mich ein ganz großes Wunder. Unsere Älteste ist jetzt schon 17 und macht Abitur. Nach 11 Jahren Pause kam vor eineinhalb Jahren noch unsere Nachzüglerin. Ich genieße es sehr, sie zu haben. Wir sehen doch vieles lockerer als bei den ersten Kindern. Und das, obwohl sie sechs Wochen zu früh auf die Welt kam und ihr Leben erst einmal auf der Kinder-Intensivstation begann.

Ich habe mittlerweile ein Haus gebaut (na ja, bauen lassen), einen Baum gepflanzt, vier Kinder gezeugt, zwei Bücher geschrieben, eine CD veröffentlicht, und frage mich manchmal, was da jetzt eigentlich noch kommen soll. Aber eigentlich habe ich so viele Ideen, dass sie sowieso nicht in ein Leben passen. Vielleicht in sieben; möglicherweise bin ich ja eine Katze. Unseren zugelaufenen Kater wollte ich „Hund“ nennen, weil so vermutlich kein anderer heißt, aber die Familie war dagegen. „Jimmy Kater“ ist aber auch nicht schlecht. Neben mir der einzige Mann im Haus. Wenn er denn mal da ist.

Ich lerne gerne neue Sprachen. Nur Niederländisch ist schwierig, obwohl wir dort jedes Jahr Urlaub machen. Denn fast alle Holländer hören am Akzent sofort, dass ich Deutscher bin, und antworten in nahezu perfektem Deutsch. Wie soll man da diese Sprache lernen?

Überhaupt: Ich liebe Sprache an sich. Sie ist für mich wie Musik. Und Musik ist wie Sprache. Manchmal höre ich im Halbschlaf ein klassisches Stück und habe das Gefühl, ich höre den Komponisten zu mir reden und verstehe jedes Wort. Selbst spiele ich Querflöte, Gitarre, Klavier und hatte ein paar Jahre Gesangsunterricht. Als Schüler bin ich um 5:30 aufgestanden und habe 30 Minuten Querflöte, 20 Minuten Gitarre und 20 Minuten Klavier geübt. Mein Gehör ist mein am besten ausgeprägter Sinn: Meine Brille finde ich ohne fremde Hilfe nicht wieder, wenn ich sie verlegt habe, ich habe eine leichte Rot-Grün-Sehschwäche, riechen und schmecken kann ich auch nicht sooo wahnsinnig gut, glaube ich. Aber ich habe schon mal jemanden, den ich jahrelang nicht gesehen hatte, an der Stimme wiedererkannt, ohne ihn in dem Moment zu sehen. Und ich treffe im Gottesdienst meistens den richtigen Ton, auch wenn der Organist vergisst, ihn mir vorzugeben.

Ich habe ständig irgendwelche komischen Wortspiele im Kopf. Die meisten vergesse ich gleich wieder. Wenn ich es schaffe, sie im Smartphone zu notieren, landen sie auf Twitter. Überhaupt bin ich hauptberuflich Chaot. Alles, was mit Zetteln und Papier zu tun hat, ist mir ein Graus. Ich liebe Computer, Smartphones und so, vielleicht auch deshalb, weil ich da mein Leben organisieren und halbwegs im Griff haben kann, ganz ohne Zettel. Bei Konferenzen muss ich mir für die Unterschrift auf der Anwesenheitsliste vom Nachbarn einen Stift ausleihen, denn ich habe so gut wie nie einen dabei. Apropos Computer: In den guten alten Zeiten hatte ich einen Amiga, ach was, mehrere. Und habe für die führende Amiga-Zeitschrift amigaOS (später AMIGAplus) regelmäßig Artikel geschrieben. Hardware-Testberichte, Software-Vorstellungen, Kurse über Skriptprogrammierung. Da bin ich nämlich ein fürchterlicher Tüftler: Lieber stecke ich vier Stunden in die Automatisierung eines langweiligen Vorgangs, als es in einer Viertelstunde von Hand zu erledigen.

Ich hasse nichts so sehr wie Inkompetenz und langweiliges Geschwafel. Da werde ich schrecklich ungeduldig. Schon in der Schule habe ich mir in manchen Schulstunden vorgestellt, wie mein Stuhl (mit mir drauf!) einfach abhebt und zum Fenster raus schwebt. Diese Phantasie habe ich immer noch in manchen Konferenzen. Leider ist sie noch nie Wirklichkeit geworden.

Ich bin 42 Jahre alt und damit drei Jahre älter als mein Vater geworden ist. Ich hatte den Tag ausgerechnet, an dem ich genau so alt war wie er an seinem Todestag, und wollte eine Kerze anzünden. Das habe ich dann aber vergessen. Als Pfarrer habe ich auch sonst viel mit dem Tod zu tun. Beerdigungen, selbst die allertragischsten, haben auch etwas Schönes, Bewegendes, Zusammenschweißendes. Einer meiner engsten Jugendmitarbeiter, eigentlich kann man sagen: ein guter Freund, hat sich auf einer von mir geleiteten Freizeit erhängt. Ich habe ihn abgenommen, war bei ihm, bis die Sanitäter kamen, habe seine Eltern benachrichtigt und ihn beerdigt. Ich habe lange gebraucht, um mich von der Erschöpfung nach dieser Woche zu erholen. Trotzdem bin ich froh, dass ich alles das für ihn tun konnte. Wenn ich heute an sein Grab gehe, sage ich „Idiot!“

Ich liebe meinen Beruf. Pfarrer sein ist wunderbar. Ich kann im Prinzip alles machen, wozu ich Lust habe. In der Gemeinde war das natürlich etwas eingeschränkt, deshalb habe ich mich auf die Stelle „Citykirche“ beworben, wo es keinen Vorgänger und praktisch keine Vorgaben gab. Ich arbeite am liebsten im Team und habe mit meinem katholischen Kollegen endlich jemanden gefunden, mit dem das auch wunderbar funktioniert. Blöd für einen Pfarrer und nahe an der Berufsunfähigkeit ist allerdings, dass ich mir fast keine Gesichter und Namen merken kann. Email-Adressen aber schon, weiß auch nicht, warum. Und Häuser. Wenn ich früher in der Gemeinde Geburtstagsbesuche machte, wusste ich sofort wieder, wer das ist, wenn ich vor der Tür stand und klingelte. Manchmal frage ich im Gespräch auf der Straße mit mir völlig Unbekannten ganz beiläufig „Wo wohnen Sie nochmal?“ - dann weiß ich wieder, mit wem ich da rede. Eigentlich bin ich ziemlich schüchtern und muss mich jedes Mal überwinden, auf Leute zuzugehen und sie anzusprechen. Vielleicht klappt es gerade deshalb so gut.

Was mir über Familie und Beruf hinaus wichtig ist und wofür ich mich einsetze, wo ich kann, das hat der „konziliare Prozess“ in den Kirchen schon in den achtzigern fantastisch zusammengefasst: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Ich esse und trinke gern. Vor allem Pasta in jeglicher Form. Nürnberger Bratwurst. Ente. Auch mal sonntags einen Braten. Hühnerfrikassee (auch Hühner haben eine Frikasseele!). Salat. Pizza. Ach, eigentlich alles außer Rosenkohl.

Ich vertrage auch eine ganze Menge Weißwein (roten überhaupt nicht). Was Besseres kann einem in Unterfranken nicht passieren – ich habe auch schon mal nachts um halb drei auf der Kirchweih eine Beichte abgenommen. Gut, dass der Pfarrer da ist. Manchmal trinke ich auch ein Bier (am liebsten dunkles Hefeweizen), aber da kann es sein, dass ich schon nach einem halben Glas am nächsten Morgen einen Kater habe. Und der heißt dann nicht Jimmy. Ich habe wohl einige Kilo zu viel auf den Rippen, aber das ist mir ziemlich egal. Manchmal beschließe ich am Aschermittwoch spontan, bis Karfreitag 10 Kilo abzunehmen, das kriege ich dann auch fast hin und irgendwie macht es auch Spaß. Natürlich habe ich dazu eine App auf dem Smartphone, wo ich jeden Morgen mein Gewicht eintrage. Aber dann an Ostern ist es auch wieder gut und ich kann wieder lecker essen.

Sport mache ich nicht so wirklich gern, außer Tanzen mit meiner Frau, so richtig in der Tanzschule. Vor drei Jahren habe ich mir vorgenommen, die 6km zu meinem neuen Büro öfter mit dem Fahrrad zu fahren, das habe ich exakt ein Mal gemacht. Der Stadtbus ist einfach viel bequemer. Wo es geht, fahre ich auch sonst mit Bus und Bahn. Lieber zwei Stunden im Zug als eine Stunde im Auto. Ist viel angenehmer und ich kann was lesen oder arbeiten oder einfach nur aus dem Fenster schauen. Ist mir auch egal, wenn der Zug mal Verspätung hat, mit dem Auto steht man auch öfter im Stau.

Dabei habe ich eigentlich mein Traumauto gefunden: Ein VW Multivan. Mit vier Kindern und Opa sind alle Plätze belegt. Alle Autos, die ich bisher gekauft habe, waren von VW. Mein erster war ein 12 Jahre alter Käfer mit gerade mal 34.000 km. Cremeweiß. Baujahr 1978. Den habe ich zwei Jahre lang gefahren, dann brauchte ich ihn nicht mehr, denn im Studium in Erlangen war ein Auto einfach nicht nötig. Mit diesem Käfer in Erlangen habe ich Einparken gelernt. Ich kann's nur rückwärts, egal, wie groß die Lücke ist. Und umso besser, je knapper sie ist. Wenn Platz für zwei Autos ist, komme ich nicht gut rein, das ist mir immer ein bisschen peinlich.

Andere machen Puzzle oder Kreuzworträtsel – ich baue zur Entspannung Websites. Ich kann nicht aus dem Stand sagen, wie viele es jetzt gerade sind, ungefähr 15 vermutlich. Ich finde es entspannend und anregend, nachts um halb zwölf an irgend einer CSS-Regel zu basteln oder so was. Als ich damals eine eigene Domain haben wollte, war kuschel.de schon belegt – von einer Schwulen-Seite. Heute sind's Rechtsanwälte. Aber kuschelchaos.de ist sowieso viel besser – und weil das als Email-Adresse für einen Pfarrer vielleicht nicht ganz so seriös wirkt, kam dann halt gleich noch kuschelkirche.de dazu. Ansonsten ist meine liebste Beschäftigung Lesen. Und zwar alles. Den Evakuierungsplan im Hotel. Die Herstellerangaben auf dem Wärmebettchen unserer Jüngsten in der Intensivstation. Irgendwelche Hinweise auf irgendwelchen Türen. Aber trotzdem natürlich am liebsten Bücher. Was es nicht auf dem Kindle gibt, hat es mittlerweile schwer bei mir (siehe oben, Stichwort „Papier“). Selbst meine Predigten drucke ich nicht mehr aus, sondern schicke sie mir als PDF auf den Kindle. Besonders gerne lese ich Science Fiction. Perry Rhodan. Das ist so eine ganz andere Welt, das gefällt mir. Von den diversen Star-Trek-Serien fand ich „Deep Space Nine“ am interessantesten, weil sich da wirklich auch ein ganzer politischer Kosmos aufgebaut hat, denn die Station bleibt ja im Gegensatz zu den diversen Raumschiff-Enterprise-Varianten immer am gleichen Ort. Leider habe ich bis heute die letzte Staffel nicht gesehen. Abgesehen davon, sehe ich nicht viel fern. Dr. House manchmal oder Monk. Twitter ist viel interessanter.

Meine Füße sind „Hobbitfüße“, sagt meine Frau. Ich sage: Über sie läuft die Termperaturregulierung meines Körpers. Wenn ich zu Hause bin, ziehe ich meistens die Socken aus (die liegen dann irgendwo rum, was zum Glück nicht ganz zum Scheidungsgrund reicht). Bei Freunden, in der Bahn usw. habe ich mich mittlerweile aber so weit im Griff, dass ich dort meistens meine Schuhe und Socken anlasse. Ein Schlafsack muss die Möglichkeit haben, den Reißverschluss am unteren Ende ein Stück aufzumachen, damit ich bei Bedarf meine Füße rausstrecken kann. Sonst kann ich ihn nicht benutzen.

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Kuschelig leben

Die @textzicke ist Schuld an diesem Text. Die hat so was Ähnliches geschrieben, ein paar andere haben es auch getan – und ich fand es sehr berührend. Was nun folgt, ist eigentlich gar nicht unbedingt für euch, sondern eher für mich selbst. Aber ich lasse euch gerne daran teilhaben. Mein Leben – in etwas mehr als den üblichen 140 Zeichen:

Mein Name ist Heiko Kuschel. Als Kind fand ich diesen Nachnamen gar nicht so toll, weil andere darüber lachten. Heute stelle ich mich vor mit „Kuschel. Wie der Bär.“ und habe die Lacher schon mal auf meiner Seite. Überhaupt lache ich gern, viel und laut. Auch in ernsthaften Sitzungen. Ich suche immer Alternativen zu dem, was alle denken: Mit dem Strom schwimmen ist leicht, aber langweilig. Mein häufigster Satz ist „Ich mache niemals Quatsch“, aber das Schöne an diesem Satz ist, dass er völliger Quatsch ist. Meine zweitälteste Tochter sagt immer, ich hätte Clown werden sollen. Darauf antworte ich: Klaun ist doch verboten. Dann schlägt sie mich.

Ich bin jetzt 18 Jahre verheiratet (mit immer noch der gleichen Frau) und habe vor, da noch etliche dranzuhängen. Kinder zu haben, ist für mich ein ganz großes Wunder. Unsere Älteste ist jetzt schon 17 und macht Abitur. Nach 11 Jahren Pause kam vor eineinhalb Jahren noch unsere Nachzüglerin. Ich genieße es sehr, sie zu haben. Wir sehen doch vieles lockerer als bei den ersten Kindern. Und das, obwohl sie sechs Wochen zu früh auf die Welt kam und ihr Leben erst einmal auf der Kinder-Intensivstation begann.

Ich habe mittlerweile ein Haus gebaut (na ja, bauen lassen), einen Baum gepflanzt, vier Kinder gezeugt, zwei Bücher geschrieben, eine CD veröffentlicht, und frage mich manchmal, was da jetzt eigentlich noch kommen soll. Aber eigentlich habe ich so viele Ideen, dass sie sowieso nicht in ein Leben passen. Vielleicht in sieben; möglicherweise bin ich ja eine Katze. Unseren zugelaufenen Kater wollte ich „Hund“ nennen, weil so vermutlich kein anderer heißt, aber die Familie war dagegen. „Jimmy Kater“ ist aber auch nicht schlecht. Neben mir der einzige Mann im Haus. Wenn er denn mal da ist.

Ich lerne gerne neue Sprachen. Nur Niederländisch ist schwierig, obwohl wir dort jedes Jahr Urlaub machen. Denn fast alle Holländer hören am Akzent sofort, dass ich Deutscher bin, und antworten in nahezu perfektem Deutsch. Wie soll man da diese Sprache lernen?

Überhaupt: Ich liebe Sprache an sich. Sie ist für mich wie Musik. Und Musik ist wie Sprache. Manchmal höre ich im Halbschlaf ein klassisches Stück und habe das Gefühl, ich höre den Komponisten zu mir reden und verstehe jedes Wort. Selbst spiele ich Querflöte, Gitarre, Klavier und hatte ein paar Jahre Gesangsunterricht. Als Schüler bin ich um 5:30 aufgestanden und habe 30 Minuten Querflöte, 20 Minuten Gitarre und 20 Minuten Klavier geübt. Mein Gehör ist mein am besten ausgeprägter Sinn: Meine Brille finde ich ohne fremde Hilfe nicht wieder, wenn ich sie verlegt habe, ich habe eine leichte Rot-Grün-Sehschwäche, riechen und schmecken kann ich auch nicht sooo wahnsinnig gut, glaube ich. Aber ich habe schon mal jemanden, den ich jahrelang nicht gesehen hatte, an der Stimme wiedererkannt, ohne ihn in dem Moment zu sehen. Und ich treffe im Gottesdienst meistens den richtigen Ton, auch wenn der Organist vergisst, ihn mir vorzugeben.

Ich habe ständig irgendwelche komischen Wortspiele im Kopf. Die meisten vergesse ich gleich wieder. Wenn ich es schaffe, sie im Smartphone zu notieren, landen sie auf Twitter. Überhaupt bin ich hauptberuflich Chaot. Alles, was mit Zetteln und Papier zu tun hat, ist mir ein Graus. Ich liebe Computer, Smartphones und so, vielleicht auch deshalb, weil ich da mein Leben organisieren und halbwegs im Griff haben kann, ganz ohne Zettel. Bei Konferenzen muss ich mir für die Unterschrift auf der Anwesenheitsliste vom Nachbarn einen Stift ausleihen, denn ich habe so gut wie nie einen dabei. Apropos Computer: In den guten alten Zeiten hatte ich einen Amiga, ach was, mehrere. Und habe für die führende Amiga-Zeitschrift amigaOS (später AMIGAplus) regelmäßig Artikel geschrieben. Hardware-Testberichte, Software-Vorstellungen, Kurse über Skriptprogrammierung. Da bin ich nämlich ein fürchterlicher Tüftler: Lieber stecke ich vier Stunden in die Automatisierung eines langweiligen Vorgangs, als es in einer Viertelstunde von Hand zu erledigen.

Ich hasse nichts so sehr wie Inkompetenz und langweiliges Geschwafel. Da werde ich schrecklich ungeduldig. Schon in der Schule habe ich mir in manchen Schulstunden vorgestellt, wie mein Stuhl (mit mir drauf!) einfach abhebt und zum Fenster raus schwebt. Diese Phantasie habe ich immer noch in manchen Konferenzen. Leider ist sie noch nie Wirklichkeit geworden.

Ich bin 42 Jahre alt und damit drei Jahre älter als mein Vater geworden ist. Ich hatte den Tag ausgerechnet, an dem ich genau so alt war wie er an seinem Todestag, und wollte eine Kerze anzünden. Das habe ich dann aber vergessen. Als Pfarrer habe ich auch sonst viel mit dem Tod zu tun. Beerdigungen, selbst die allertragischsten, haben auch etwas Schönes, Bewegendes, Zusammenschweißendes. Einer meiner engsten Jugendmitarbeiter, eigentlich kann man sagen: ein guter Freund, hat sich auf einer von mir geleiteten Freizeit erhängt. Ich habe ihn abgenommen, war bei ihm, bis die Sanitäter kamen, habe seine Eltern benachrichtigt und ihn beerdigt. Ich habe lange gebraucht, um mich von der Erschöpfung nach dieser Woche zu erholen. Trotzdem bin ich froh, dass ich alles das für ihn tun konnte. Wenn ich heute an sein Grab gehe, sage ich „Idiot!“

Ich liebe meinen Beruf. Pfarrer sein ist wunderbar. Ich kann im Prinzip alles machen, wozu ich Lust habe. In der Gemeinde war das natürlich etwas eingeschränkt, deshalb habe ich mich auf die Stelle „Citykirche“ beworben, wo es keinen Vorgänger und praktisch keine Vorgaben gab. Ich arbeite am liebsten im Team und habe mit meinem katholischen Kollegen endlich jemanden gefunden, mit dem das auch wunderbar funktioniert. Blöd für einen Pfarrer und nahe an der Berufsunfähigkeit ist allerdings, dass ich mir fast keine Gesichter und Namen merken kann. Email-Adressen aber schon, weiß auch nicht, warum. Und Häuser. Wenn ich früher in der Gemeinde Geburtstagsbesuche machte, wusste ich sofort wieder, wer das ist, wenn ich vor der Tür stand und klingelte. Manchmal frage ich im Gespräch auf der Straße mit mir völlig Unbekannten ganz beiläufig „Wo wohnen Sie nochmal?“ - dann weiß ich wieder, mit wem ich da rede. Eigentlich bin ich ziemlich schüchtern und muss mich jedes Mal überwinden, auf Leute zuzugehen und sie anzusprechen. Vielleicht klappt es gerade deshalb so gut.

Was mir über Familie und Beruf hinaus wichtig ist und wofür ich mich einsetze, wo ich kann, das hat der „konziliare Prozess“ in den Kirchen schon in den achtzigern fantastisch zusammengefasst: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Ich esse und trinke gern. Vor allem Pasta in jeglicher Form. Nürnberger Bratwurst. Ente. Auch mal sonntags einen Braten. Hühnerfrikassee (auch Hühner haben eine Frikasseele!). Salat. Pizza. Ach, eigentlich alles außer Rosenkohl.

Ich vertrage auch eine ganze Menge Weißwein (roten überhaupt nicht). Was Besseres kann einem in Unterfranken nicht passieren – ich habe auch schon mal nachts um halb drei auf der Kirchweih eine Beichte abgenommen. Gut, dass der Pfarrer da ist. Manchmal trinke ich auch ein Bier (am liebsten dunkles Hefeweizen), aber da kann es sein, dass ich schon nach einem halben Glas am nächsten Morgen einen Kater habe. Und der heißt dann nicht Jimmy. Ich habe wohl einige Kilo zu viel auf den Rippen, aber das ist mir ziemlich egal. Manchmal beschließe ich am Aschermittwoch spontan, bis Karfreitag 10 Kilo abzunehmen, das kriege ich dann auch fast hin und irgendwie macht es auch Spaß. Natürlich habe ich dazu eine App auf dem Smartphone, wo ich jeden Morgen mein Gewicht eintrage. Aber dann an Ostern ist es auch wieder gut und ich kann wieder lecker essen.

Sport mache ich nicht so wirklich gern, außer Tanzen mit meiner Frau, so richtig in der Tanzschule. Vor drei Jahren habe ich mir vorgenommen, die 6km zu meinem neuen Büro öfter mit dem Fahrrad zu fahren, das habe ich exakt ein Mal gemacht. Der Stadtbus ist einfach viel bequemer. Wo es geht, fahre ich auch sonst mit Bus und Bahn. Lieber zwei Stunden im Zug als eine Stunde im Auto. Ist viel angenehmer und ich kann was lesen oder arbeiten oder einfach nur aus dem Fenster schauen. Ist mir auch egal, wenn der Zug mal Verspätung hat, mit dem Auto steht man auch öfter im Stau.

Dabei habe ich eigentlich mein Traumauto gefunden: Ein VW Multivan. Mit vier Kindern und Opa sind alle Plätze belegt. Alle Autos, die ich bisher gekauft habe, waren von VW. Mein erster war ein 12 Jahre alter Käfer mit gerade mal 34.000 km. Cremeweiß. Baujahr 1978. Den habe ich zwei Jahre lang gefahren, dann brauchte ich ihn nicht mehr, denn im Studium in Erlangen war ein Auto einfach nicht nötig. Mit diesem Käfer in Erlangen habe ich Einparken gelernt. Ich kann's nur rückwärts, egal, wie groß die Lücke ist. Und umso besser, je knapper sie ist. Wenn Platz für zwei Autos ist, komme ich nicht gut rein, das ist mir immer ein bisschen peinlich.

Andere machen Puzzle oder Kreuzworträtsel – ich baue zur Entspannung Websites. Ich kann nicht aus dem Stand sagen, wie viele es jetzt gerade sind, ungefähr 15 vermutlich. Ich finde es entspannend und anregend, nachts um halb zwölf an irgend einer CSS-Regel zu basteln oder so was. Als ich damals eine eigene Domain haben wollte, war kuschel.de schon belegt – von einer Schwulen-Seite. Heute sind's Rechtsanwälte. Aber kuschelchaos.de ist sowieso viel besser – und weil das als Email-Adresse für einen Pfarrer vielleicht nicht ganz so seriös wirkt, kam dann halt gleich noch kuschelkirche.de dazu. Ansonsten ist meine liebste Beschäftigung Lesen. Und zwar alles. Den Evakuierungsplan im Hotel. Die Herstellerangaben auf dem Wärmebettchen unserer Jüngsten in der Intensivstation. Irgendwelche Hinweise auf irgendwelchen Türen. Aber trotzdem natürlich am liebsten Bücher. Was es nicht auf dem Kindle gibt, hat es mittlerweile schwer bei mir (siehe oben, Stichwort „Papier“). Selbst meine Predigten drucke ich nicht mehr aus, sondern schicke sie mir als PDF auf den Kindle. Besonders gerne lese ich Science Fiction. Perry Rhodan. Das ist so eine ganz andere Welt, das gefällt mir. Von den diversen Star-Trek-Serien fand ich „Deep Space Nine“ am interessantesten, weil sich da wirklich auch ein ganzer politischer Kosmos aufgebaut hat, denn die Station bleibt ja im Gegensatz zu den diversen Raumschiff-Enterprise-Varianten immer am gleichen Ort. Leider habe ich bis heute die letzte Staffel nicht gesehen. Abgesehen davon, sehe ich nicht viel fern. Dr. House manchmal oder Monk. Twitter ist viel interessanter.

Meine Füße sind „Hobbitfüße“, sagt meine Frau. Ich sage: Über sie läuft die Termperaturregulierung meines Körpers. Wenn ich zu Hause bin, ziehe ich meistens die Socken aus (die liegen dann irgendwo rum, was zum Glück nicht ganz zum Scheidungsgrund reicht). Bei Freunden, in der Bahn usw. habe ich mich mittlerweile aber so weit im Griff, dass ich dort meistens meine Schuhe und Socken anlasse. Ein Schlafsack muss die Möglichkeit haben, den Reißverschluss am unteren Ende ein Stück aufzumachen, damit ich bei Bedarf meine Füße rausstrecken kann. Sonst kann ich ihn nicht benutzen.

Wal hat Haaransatz am Zahn

Wal hat Haaransatz am Zahn.
Als Aal Walzahn sah, war Nacht.
Aal nagt an Walzahnhaar.
Da war Walzahn nackt.
Als Tag war, war Walzahnhaar an Walhalsschal.
Aal an Wal: "Falls mal Haar an Walzahn, nagt Aal Walzahnhaar ab. Aal war ja mal Walzahnarzt!"
Bald zahlt Wal an Aal acht Mark bar.

(Heiko Kuschel, 6. Klasse, ca. 1982)

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